Alle Inhalte sind über das aufklappbare Menü-Symbol oben rechts erreichbar.

Ich heiße D. und das ist mein privater Blog, auf dem ich über meine Persönlichkeitsstörung und den Umgang damit schreibe.
Ich hoffe, es ist in Ordnung für Dich, wenn ich meinen vollen Namen für mich behalte, denn was ich hier erzähle, ist sehr persönlich.

Vorstellen möchte ich mich trotzdem:
Ich bin Mitte 30 und wohne mit meiner Frau und meinen Kindern in München, wo ich in einem Medien-Beruf arbeite. Die Arbeit macht mir Spaß. Manchmal nervt sie auch gewaltig und dann bin ich froh, dass ich meine Hobbies habe: Ich singe und schreibe Lieder und ich lese gern und viel. Mal über Philosophie, mal über gesellschaftliche Themen und, seit ich Vater bin, natürlich jede Menge Kinderbücher. Und ich esse sehr, sehr gern Süßes.

Ach ja, und ich bin emotional instabil. Anfang 2015 kam ich in eine tiefe Krise und war drei Monate auf der DBT-Station in Haar. Dort habe ich die Diagnose „emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typus“ bekommen. Ich bin ein „funktionaler“ Borderliner, weswegen mein Leben grundsätzlich in guten, geregelten Bahnen verläuft. In mir drin sieht es etwas anders aus, das kann ich aber meistens ganz gut verbergen. Dazu kommt: Ich habe auch viel Gesundes in mir.
Und einiges sehr Gestörtes. Es gibt immer wieder Momente, in denen mein Umfeld, die Menschen, die mir nahe sind, damit zu tun bekommen und, wie ich, darunter leiden. Dass sich das ändern soll, habe ich mir fest vorgenommen.

Ich schreibe, um zu verstehen und, um verstanden zu werden.
Dieser Blog ist ein weiteres Werkzeug in meiner Therapie, um mich mit mir selbst auseinanderzusetzen und zu verstehen, warum ich bin, wie ich bin. Worunter ich in meinem Leben leide und was ich ändern will. Indem ich schreibe, bekommen meine Gedanken mehr Form und Klarheit.

Aber es gibt noch mehr Gründe, warum ich schreibe:

Bist Du auch betroffen?
Ich schreibe diesen Blog, um Dich, falls Du auch „emotional instabil“ bist, daran zu erinnern, dass Du nicht allein bist mit dem, was in Dir vorgeht. Man vergisst das so schnell. Es gibt ein Sprichwort, „Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über“. Bei vielen von uns ist das leider nicht so. Das Herz ist so voll und der Mund kann trotzdem nicht „übergehen“ — man kann es nicht ausprechen. Was da drin ist, ist zu viel oder zu diffus oder zu schmerzhaft, um Worte dafür zu finden. Um es jemand anzuvertrauen. Vielleicht kommt Dir die Welt da draußen auch oft wild und fremd und feindselig vor. Das ist hart. Glaub mir: Du kämpfst nicht alleine.

Ist jemand in Deinem Umfeld betroffen?
Falls Du Angehöriger eines „emotional instabilen“ Menschen bist oder jemand in Deinem Umfeld hast, möchte ich Dir hier aus meiner Sicht von dem erzählen, was in jemand wie mir vorgeht. Woher das kommt. Was zwischen Menschen wie Dir und mir passieren kann, wie wir uns manchmal überhaupt nicht miteinander verständigen können und wie es vielleicht doch geht. Möglicherweise hilft Dir auch das weiter, was ich über meine inneren Zustände berichte.
Vielleicht ist etwas dabei, das Dir Zuversicht gibt für das Zusammenleben mit diesem sehr eigenen Menschenschlag, zu dem auch ich gehöre. Bei mir und meiner Frau läuft es mittlerweile ganz gut. Dass das so ist, ist echte Arbeit für uns beide und es gibt noch viel für uns zu tun! Dass sich die Mühe lohnt und wir zufriedener sind, sehe ich jeden Tag.

Arbeitest Du mit Menschen wie mir?
Falls Du jemand bist, der beruflich mit uns zu tun hat, schreibe ich, um Dir — stellvertretend für alle professionellen Helfer — hiermit etwas zurückzugeben für Deine Arbeit. Ich bin dankbar für die Hilfe, die ich selbst bekommen habe. Vielleicht nimmst Du hier etwas für Dich selbst oder für Deine Arbeit mit. Eins möchte ich unbedingt sagen:
Jemand wie Du hat mir Mut gegeben und mir gesagt, dass es sich lohnt, mich auf einen neuen Weg vorzutasten. Und es fühlt sich gut an! Du kannst stolz auf mich sein und stolz auf Dich selbst.